Am 16.04.2026 haben die Eingangsklasse und die Klasse 12 der Markus-Schule das Seehaus Leonberg besucht. Es war ein spannender Ausflug an eine Einrichtung des Strafvollzugs in freier Form.
Zuerst haben wir einen Vortrag von einem der Jugendlichen und zwei Mitarbeiterinnen bekommen. Der Häftling hat uns ganz offen von seinem bisherigen Leben erzählt, das hat den Vortrag authentisch und ziemlich eindrücklich gemacht.
Besonders in Erinnerung bleibt mir eine kleine Übung: Ein „Täter“ (Schüler aus einer unserer Gruppen) wirft einen Ball ins Wasser, alle Umstehenden werden nass – und dann sollen nur die „Opfer“ den Ball wieder rausholen und alles sauber machen. Damit wurde symbolisch gezeigt, dass Straftaten Folgen haben, die ganz unterschiedliche Gruppen und Personen im näheren oder weiteren Umfeld betreffen. Das hat zum Nachdenken angeregt, vor allem über die Themen Gerechtigkeit und Verantwortung. Die Art und Weise, über das Thema zu informieren fand ich sehr klug.
Danach haben sie uns den normalen Alltag dort erklärt. Der Tag ist sehr streng durchstrukturiert, es gibt klare Regeln. Was mich besonders beeindruckt hat, ist das Stufen-System. Die Jugendlichen müssen sich Vertrauen und Freiheiten Schritt für Schritt verdienen. Je höher die Stufe, desto mehr Freigang und Privilegien bekommen sie. Das finde ich eigentlich eine gute und motivierende Idee.
Bei der anschließenden Führung durchs Haus haben wir gesehen, dass es dort verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten gibt, zum Beispiel Schreinerei oder Metallverarbeitung. Man merkt, dass sie den Jugendlichen wirklich eine Chance geben wollen, nach der Haft wieder richtig Fuß zu fassen.
Insgesamt war der Besuch sehr interessant und hat mir viel zum Nachdenken gegeben. Die Mischung aus persönlichen Geschichten und dem praktischen Einblick in den Alltag hat mir besonders gut gefallen. Ich finde das Konzept des Seehauses echt stark und würde den Besuch auf jeden Fall weiterempfehlen.
(Dennis, EK)
Seehaus – Jugendstrafvollzug in freier Form
