Besuch von Olav Gutting (CDU)

Foto: K. Laub

Am Montag war der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting von der CDU bei uns in der Schule zu Gast. Nachdem er sich vorgestellt hatte, beantwortete er unsere Fragen und erzählte von seiner Arbeit als Politiker. Er ist Abgeordneter für den Wahlkreis Bruchsal/Schwetzingen.
Ein Schüler fragte, was er über Friedrich Merz als Bundeskanzler denkt. Olav Gutting antwortete, dass er ihn an sich gut findet und ihn schon immer unterstützt. Allerdings findet er, dass Friedrich Merz oftmals an einem Tag eine klare Aussage macht und diese am nächsten Tag versucht zurückzunehmen, wenn sie nicht genug Zustimmung trifft. Er wünscht sich, dass Merz das in Zukunft weniger tun würde. Auf die Frage, ob er erklären könne, was Merz mit seiner Stadtbildaussage meinte, sagte er, dass er das nur für sich selbst beantworten könne und dass er sich unwohl fühlt, wenn er im Dunkeln zum Beispiel am Frankfurter Bahnhof auf Gruppen mit Migrationshintergrund trifft. Zudem kritisierte er, dass es noch nicht genug Maßnahmen dagegen gebe und dass Abschiebungen konsequenter durchgeführt werden sollten.
Ein weiterer Schüler fragte ihn nach seiner Meinung zur Wehrpflicht und ob sie seiner Meinung nach für Männer und Frauen wieder eingeführt werden sollte. Darauf sagte er, dass er es wichtig findet, die Wehrpflicht wieder einzuführen, weil der Staat Sicherheit gewährleisten müsse und Deutschland gut aufgestellt sein müsse, damit wir nicht angegriffen werden. Er meinte auch, dass die Wehrpflicht im Moment freiwillig ist und sich deshalb nur Männer melden müssen, die Interesse haben – was er nicht richtig findet, da immer von Gleichberechtigung geredet werde und er nicht versteht, warum dort so ein großer Unterschied gemacht wird. Außerdem erklärte er uns, dass die Bundeswehr momentan nicht genügend Teststellen, Material, Ausbilder und Mitarbeiter hat, aber man in Zukunft darauf hinarbeitet.
Im weiteren Verlauf kamen mehrere Fragen zu anderen Parteien und zur Zusammenarbeit im Bundestag auf. Er positionierte sich meist klar: die linken und rechten Ränder im Bundestag findet er kritisch, da er bei beiden die Absicht sieht, die Demokratie teilweise umzugestalten oder abzuschaffen. Außerdem erzählte er, dass ein ehemaliges Mitglied der AfD ihn warnen wollte, bevor die Entwicklung der Partei gefährlicher wurde. Die Zusammenarbeit innerhalb der Regierung beschrieb er als kompliziert, da viele unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen und es dadurch schwer sei, gemeinsam Lösungen zu finden.
Ein Schüler fragte anschließend, was er von der LGBTQ+ Community hält. Seine Antwort war, dass man nach dem Motto leben und leben lassen handeln sollte. Allerdings findet er auch, dass bestimmte Gruppen der Community sich selbst schade würden, weil sie immer wieder Aufmerksamkeit für ihr Thema wollen, obwohl es wichtigere Themen zu diskutieren gebe.
Zum Nahostkonflikt sagte Olav Gutting, dass er Israel unterstütze, weil Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg versprochen habe, Israel zu schützen. Außerdem findet er, dass Israel das Recht hatte, sich nach dem Anschlag vom 7. Oktober 2023 zu verteidigen. Gleichzeitig sagte er aber auch, dass dieser Konflikt schwer zu lösen sei und er allgemein für Frieden steht.
Insgesamt fanden wir es sehr interessant, einen Politiker einmal außerhalb des Fernsehens zu sehen und die Möglichkeit zu haben, ihm direkt Fragen zu stellen. Die Fragen, die wir hatten, konnte er meist gut und verständlich beantworten. Ich persönlich habe aufgrund seines Besuchs definitiv ein paar neue Dinge über die derzeitige politische Situation lernen können. (S.K)